Sicherheit

Hintergrund

Das Wohlbefinden hängt entscheidend von der persönlichen Sicherheit ab, also davon, wie groß das Risiko ist, Opfer eines tätlichen Angriffs oder anderer Delikte zu werden. Verbrechen können Schmerzen, bleibende Gesundheitsschäden oder gar den Tod bedeuten. Verbrechensopfer leiden häufig unter posttraumatischem Stress und Angstzuständen oder müssen den Verlust von Eigentum hinnehmen. Kriminalität beeinträchtigt die Lebensqualität vor allem durch das Gefühl der Unsicherheit und Verwundbarkeit, das sie in Menschen erzeugt.

Fühlst du dich sicher, wenn du nachts alleine nach Hause gehst?

Aktuelle Daten zeigen, dass 69 % der Menschen in der OECD ein sicheres Gefühl haben, wenn Sie in der Nacht alleine nach Hause gehen. Allerdings gibt es zwischen den einzelnen Ländern erhebliche Unterschiede. Während es in Dänemark, Finnland, Norwegen und der Schweiz 85% oder mehr sind die sich sicher fühlen, sind es in Mexiko weniger als 50% und in Brasilien und Südafrika sogar etwas unter 40%. Lettland liegt mit 61% nahe am OECD- Durchschnitt.

Mordrate

Die Mordrate, also die Anzahl der Morde je 100 000 Einwohner, steht nur für die extremste Form von Verbrechen und sagt daher nichts über die typischen Sicherheitsbedingungen einzelner Menschen aus. Dennoch sind Morde ein relativ zuverlässiges Maß für das allgemeine Sicherheitsniveau eines Landes, da sie, im Gegensatz zu anderen Verbrechen, normalerweise bei der Polizei gemeldet werden. Laut jüngsten OECD-Daten liegt die durchschnittliche Mordrate in den OECD-Ländern bei 3,6 Morden je 100 000 Einwohner. Dabei werden generell mehr Männer als Frauen ermordet, die Mordrate bei den Männern beträgt 7,0 bei den Frauen hingegen nur 1,3 je 100 000 Einwohner.

In den meisten OECD-Ländern werden mehr Morde an Männer (6,1) als an Frauen (1,3) verübt. Frauen sind dafür häufiger Opfer häuslicher Gewalt. Polizeistatistiken der EU zeigen, dass die Opfer sexueller Übergriffe zu 86% Frauen sind. OECD-weit fühlen sich 77% der Männer und 61% der Frauen sicher, wenn sie nachts allein in ihrer Wohngegend unterwegs sind. 

Der soziale Status hat ebenfalls Auswirkungen darauf, wie groß das Risiko ist, einem Verbrechen zum Opfer zu fallen, und wie die eigene Sicherheit eingeschätzt wird. Menschen mit höherem Einkommen und besserer Ausbildung fühlen sich in der Regel sicherer und sind auch weniger von Kriminalität betroffen. Dies kann daran liegen, dass sie sich mehr Sicherheit leisten können oder schlicht weniger mit kriminellen Handlungen, z.B. von Jugendbanden oder Drogenhändlern, in Berührung kommen.

Anmerkung: Die Daten für den Indikator „Sicherheitsgefühl auf dem Nachhauseweg“ wurden von Gallup World Poll zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen zu Schätzungen und Referenzjahren finden Sie im FAQ-Bereich und in der BLI-Datenbank. 

Sicherheit im Einzelnen nach Ländern