Beschäftigung

Hintergrund

Wer eine Arbeit hat, sichert nicht nur seine wirtschaftliche Existenz, sondern bleibt auch mit seinen Mitmenschen in Kontakt, steigert sein Selbstwertgefühl und erwirbt Qualifikationen und Kompetenzen. Länder mit einem hohen Beschäftigungsniveau sind gleichzeitig wohlhabender, politisch stabiler und gesünder.

Beschäftigungsquote

In den OECD-Ländern gehen ungefähr 66% der Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 64 Jahren einer bezahlten Tätigkeit nach. Am höchsten ist das Beschäftigungsniveau in Island (82%), der Schweiz (80%) und Norwegen (75%), am niedrigsten ist es in Griechenland (49%), der Türkei (50%), Italien und Spanien (57%). Allgemein steigt die Beschäftigungsquote mit dem Bildungsniveau. Nach Schätzungen haben in den OECD-Ländern 80% der Menschen mit tertiärem Bildungsabschluss (Hochschulabschluss, Fachhochschulabschluss oder Meisterbrief) eine bezahlte Arbeit, bei den Personen ohne Abschluss im Sekundarbereich II sind es hingegen lediglich 47%.

Auch wenn in den vergangenen 15 Jahren immer mehr Frauen einen Beruf ergriffen haben, sind die berufstätigen Frauen gegenüber den Männern immer noch in der Unterzahl. Im Jahr 2014 gingen im Durchschnitt der OECD-Länder 74% der Männer einer bezahlten Beschäftigung nach, aber nur 58% der Frauen. Dieser Unterschied zwischen den Geschlechtern ist in der Türkei und Mexiko besonders groß, in Kanada, Estland und den nordischen Ländern hingegen verhältnismäßig gering. Dass heute mehr Frauen berufstätig sind als früher könnte mit strukturellen Veränderungen in der Wirtschaft und der Gesellschaft zusammenhängen; Mütter mit Kleinkindern konnten vermutlich auch deshalb leichter ins Erwerbsleben zurückkehren, weil immer mehr Einrichtungen zur Kinderbetreuung geschaffen wurden.

Langzeitarbeitslosigkeit

Als Arbeitslose gelten Personen, die keine Beschäftigung haben, aber gerne arbeiten würden und aktiv nach Arbeit suchen. Langzeitarbeitslosigkeit kann das Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl stark beeinträchtigen. Außerdem kommt es bei Langzeitarbeitslosen häufig zu einem Qualifikationsverlust, der es ihnen noch schwerer macht, beruflich wieder Fuß zu fassen. Solche Probleme können noch lange nachwirken, selbst dann noch, wenn die Betroffenen bereits wieder arbeiten. In den OECD-Ländern sind 2,6% der Erwerbsbevölkerung seit mindestens einem Jahr arbeitslos.

Eine der großen Herausforderungen für die Regierungen ist es, mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen. Langzeitarbeitslosigkeit betrifft Männer und Frauen im gesamten OECD-Raum gleichermaßen. Da die Bevölkerung immer stärker altert und die Sozialausgaben steigen, ist es eine Priorität, all jenen, die arbeiten können, auch Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen.

For more information on estimates and years of reference, see FAQ section and BLI database.

Durchschnittliches Arbeitsentgelt

Die Qualität einer Beschäftigung hängt stark davon ab, wie gut sie bezahlt ist und welche anderen finanziellen Vergünstigungen mit ihr verbunden sind. Das Arbeitseinkommen ist für die meisten Haushalte die Haupteinnahmequelle. Der durchschnittliche OECD-Bürger verdient 40 974 US-$ pro Jahr, allerdings bestehen zwischen den einzelnen Ländern deutliche Unterschiede. In den Vereinigten Staaten und Luxemburg sind die durchschnittlichen Verdienste mehr als doppelt so hoch wie in den osteuropäischen Ländern, Griechenland und Portugal.

Arbeitsplatzsicherheit

Ein weiterer Faktor für die Beschäftigungsqualität ist die Sicherheit des Arbeitsplatzes, hinsichtlich eines Einkommensverlusts durch drohende Arbeitslosigkeit. Das beinhaltet die Länge der Arbeitslosigkeit und die erwarteten finanziellen Transferleistungen des Staates. Bei Arbeitslosigkeit droht ein Einkommensverlust von durchschnittlich 6.3% im OECD Vergleich. Beschäftigte in unsicheren Anstellungsverhältnissen gehören vor allem in Ländern mit schwachen sozialen Netzen zu den gefährdetsten Schichten.

In Griechenland und Spanien sind die Löhne um 25% gesunken, während es in Island, Norwegen und der Schweiz weniger als 2% sind.

Beschäftigung im Einzelnen nach Ländern