Beschäftigung

Hintergrund

Wer eine Arbeit hat, sichert nicht nur seine wirtschaftliche Existenz, sondern bleibt auch mit seinen Mitmenschen in Kontakt, steigert sein Selbstwertgefühl und erwirbt Qualifikationen und Kompetenzen. Länder mit einem hohen Beschäftigungsniveau sind gleichzeitig wohlhabender, politisch stabiler und gesünder.

Beschäftigungsquote

In den OECD-Ländern gehen ungefähr 67% der Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 64 Jahren einer bezahlten Tätigkeit nach. Am höchsten ist das Beschäftigungsniveau in Island (86%) und der Schweiz (80%), am niedrigsten ist es in der Türkei (51%), Griechenland (52%), Italien (57%) und Spanien (60%). Allgemein steigt die Beschäftigungsquote mit dem Bildungsniveau. Nach Schätzungen haben in den OECD-Ländern 82% der Menschen mit tertiärem Bildungsabschluss (Hochschulabschluss, Fachhochschulabschluss oder Meisterbrief) eine bezahlte Arbeit, bei den Personen ohne Abschluss im Sekundarbereich II sind es hingegen lediglich 54%. 

Auch wenn in den vergangenen 15 Jahren immer mehr Frauen einen Beruf ergriffen haben, sind die berufstätigen Frauen gegenüber den Männern immer noch in der Unterzahl. Im Jahr 2016 gingen im Durchschnitt der OECD-Länder 75% der Männer einer bezahlten Beschäftigung nach, aber nur 59% der Frauen. Dieser Unterschied zwischen den Geschlechtern ist in der Türkei und Mexiko besonders groß, in Kanada, Island und den übrigen nordischen Ländern hingegen verhältnismäßig gering. Dass heute mehr Frauen berufstätig sind als früher könnte mit strukturellen Veränderungen in der Wirtschaft und der Gesellschaft zusammenhängen; Mütter mit Kleinkindern konnten vermutlich auch deshalb leichter ins Erwerbsleben zurückkehren, weil immer mehr Einrichtungen zur Kinderbetreuung geschaffen wurden.

Langzeitarbeitslosigkeit

Als Arbeitslose gelten Personen, die keine Beschäftigung haben, aber gerne arbeiten würden und aktiv nach Arbeit suchen. Langzeitarbeitslosigkeit kann das Wohlbefinden und das Selbstwertgefühl stark beeinträchtigen. Außerdem kommt es bei Langzeitarbeitslosen häufig zu einem Qualifikationsverlust, der es ihnen noch schwerer macht, beruflich wieder Fuß zu fassen. Solche Probleme können noch lange nachwirken, selbst dann noch, wenn die Betroffenen bereits wieder arbeiten. In den OECD-Ländern sind 2,0% der Erwerbsbevölkerung seit mindestens einem Jahr arbeitslos. 

Eine der großen Herausforderungen für die Regierungen ist es, mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen. Langzeitarbeitslosigkeit betrifft Männer und Frauen im gesamten OECD-Raum gleichermaßen. Da die Bevölkerung immer stärker altert und die Sozialausgaben steigen, ist es eine Priorität, all jenen, die arbeiten können, auch Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen

Durchschnittliches Arbeitsentgelt

Die Qualität einer Beschäftigung hängt stark davon ab, wie gut sie bezahlt ist und welche anderen finanziellen Vergünstigungen mit ihr verbunden sind. Das Arbeitseinkommen ist für die meisten Haushalte die Haupteinnahmequelle. Der durchschnittliche OECD-Bürger verdient 44 290 US-$ pro Jahr, allerdings bestehen zwischen den einzelnen Ländern deutliche Unterschiede. In den Vereinigten Staaten, der Schweiz und Luxemburg sind die durchschnittlichen Verdienste mehr als doppelt so hoch wie in den osteuropäischen Ländern, Chile, Ungarn, Griechenland und Portugal.

Arbeitsplatzsicherheit

Ein weiterer Faktor für die Beschäftigungsqualität ist die Sicherheit des Arbeitsplatzes, hinsichtlich eines Einkommensverlusts durch drohende Arbeitslosigkeit. Das beinhaltet die Länge der Arbeitslosigkeit und die erwarteten finanziellen Transferleistungen des Staates. Bei Arbeitslosigkeit droht ein Einkommensverlust von durchschnittlich 4,9 % im OECD Vergleich. Beschäftigte in unsicheren Anstellungsverhältnissen gehören vor allem in Ländern mit schwachen sozialen Netzen zu den gefährdetsten Schichten.

In Griechenland und Spanien sind die Löhne um etwa 17 % gesunken, während es in Tschechien, Japan und der Schweiz weniger als 2 % sind. 

Weitere Informationen zu Schätzungen und Referenzjahren finden Sie im FAQ-Bereich und in der BLI-Datenbank. 

Beschäftigung im Einzelnen nach Ländern