Estland

Zahlen und Fakten

indicator value unit
Einwohner 1.3 Mio.
Besucher pro Jahr 1.6 Mio.
Erneuerbare Energien 11.97 %

Überblick

Estland hat in den letzten zehn Jahren bei der Verbesserung der Lebensqualität seiner Bürger Fortschritte erzielt. Bis zur Finanzkrise von 2008 verzeichnete die Wirtschaft ein Rekordwachstum. Dennoch schneidet Estland nach wenigen Messgrößen der Lebensqualität gut ab. Seine Werte liegen über dem Durchschnitt in den Themenbereichen Bildung, Umwelt, soziale Beziehungen und Work-Life-Balance. Unterdurchschnittlich hingegen sind sie in Bezug auf Wohnen, Beschäftigung, das subjektive Wohlbefinden, Einkommen und Vermögen und Gesundheit.

Geld allein macht zwar nicht glücklich, trägt aber entscheidend zum Lebensstandard bei. In Estland beläuft sich das bereinigte verfügbare Pro-Kopf-Haushaltsnettoeinkommen im Durchschnitt auf 16 565 US-$ pro Jahr, was weniger ist als der OECD-Durchschnitt von 29 016 US-$ pro Jahr. Eine große Lücke klafft zwischen dem reichsten und dem ärmsten Teil der Bevölkerung – die obersten 20% der Bevölkerung verdienen mehr als fünfmal so viel wie die untersten 20%.

Die Betrachtung der Beschäftigungslage ergibt, dass in Estland etwa 70% der 15- bis 64-Jährigen einer bezahlten Beschäftigung nachgehen, mehr als im OECD-Durchschnitt (66%). Rund 73% der Männer sind erwerbstätig, gegenüber 66% der Frauen. 3% der abhängig Beschäftigten und damit deutlich weniger als im OECD-Durchschnitt (13%) haben sehr lange Wochenarbeitszeiten; bei den Männern beläuft sich der Anteil auf 5%, bei den Frauen auf 2%.

Ein gutes Bildungsniveau ist eine wichtige Voraussetzung dafür, einen Arbeitsplatz zu finden. In Estland verfügen 91% der Bevölkerung im Alter von 25-64 Jahren über einen Abschluss des Sekundarbereichs II, deutlich mehr als im OECD-Durchschnitt (76%) und einer der höchsten Werte in der OECD. Dies trifft in höherem Maße auf Frauen zu als auf Männer: 94% der Frauen, aber nur 88% der Männer haben den Sekundarbereich II erfolgreich abgeschlossen. Estland zählt der bei Bewertung der Qualität seines Bildungssystems zu den am besten abschneidenden OECD-Ländern. In der Internationalen Schulleistungsstudie der OECD (PISA) erzielten die Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften durchschnittlich 526 Punkte. Dieser Wert liegt weit über dem OECD-Durchschnitt von 497 und sichert Estland im Hinblick auf die Kompetenzen seiner Schülerinnen und Schüler eine Position unter den am besten abschneidenden OECD-Ländern. Die Mädchen schnitten in Estland im Durchschnitt um 14 Punkte besser ab als die Jungen, was mehr ist als der durchschnittliche Leistungsabstand von 8 Punkten in den OECD-Ländern.

Was die Gesundheitsindikatoren betrifft, beträgt die Lebenserwartung bei der Geburt in Estland 77 Jahre und ist damit um 3 Jahre niedriger als im OECD-Durchschnitt (80 Jahre). Die Lebenserwartung der Frauen beträgt 82 Jahre, die der Männer 73 Jahre. Die atmosphärische Konzentration von Feinstaub PM2,5 – winzigen Luftschadstoffpartikeln, die klein genug sind, um in die Lunge einzudringen und diese zu schädigen – ist mit 9,1 Mikrogramm pro Kubikmeter merklich unter dem Durchschnitt im OECD-Raum von 14,05 µg/m3. Mäßig gut schneidet Estland bei der Wasserqualität ab: 84% der Bevölkerung sind laut eigenen Angaben mit der Wasserqualität zufrieden, höher als im OECD-Durchschnitt (81%).

Das öffentliche Leben zeichnet sich in Estland durch starken Gemeinsinn und moderates zivilgesellschaftliches Engagement aus. Eigenen Angaben zufolge kennen 90% der Bevölkerung jemanden, der ihnen im Notfall Beistand leisten würde. Dieser Anteil liegt höher als der OECD-Durchschnitt (88%). Die Wahlbeteiligung, ein Gradmesser dafür, wie stark sich die Bürger in das politische Geschehen einbringen, betrug bei den letzten Wahlen 64% und lag damit unter dem OECD-Durchschnitt (68%). Der sozioökonomische Status kann Auswirkungen auf die Wahlbeteiligung haben. Bei den obersten 20% der Bevölkerung liegt die Wahlbeteiligung bei geschätzten 69%, bei den untersten 20% bei geschätzten 56%; damit entspricht diese Differenz dem OECD-Durchschnitt von 13 Prozentpunkten.

Die Esten sind mit ihrem Leben im Allgemeinen weniger zufrieden als der Durchschnitt der OECD-Bürger. Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten sie ihre Lebenszufriedenheit mit 5,6. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 6,5.

Weitere Informationen zu Schätzungen und Referenzjahren finden Sie im FAQ-Bereich und in der BLI-Datenbank.

Themen

Estland im Einzelnen