Russische Föderation

Zahlen und Fakten

indicator value unit
Einwohner 145.7 Mio.
Besucher pro Jahr 23.7 Mio.
Erneuerbare Energien 2.8 %

Überblick

Die Russische Föderation hat im vergangenen Jahrzehnt trotz unterdurchschnittlicher Ergebnisse in manchen Bereichen des Better Life Index Fortschritte bei der Verbesserung der Lebensqualität ihrer Bürger erzielt. Das Land liegt über dem Durchschnitt im Themenbereich Bildung und Work-Life-Balance. Andere Aspekte des Index sind allerdings nach wie vor unterdurchschnittlich, z.B. das subjektive Wohlbefinden, Einkommen und Vermögen, Beschäftigung, Sicherheit, Umwelt, Wohnen, Zivilengagement, soziale Beziehungen und Gesundheit. Diese Rankings basieren auf frei zugänglichen, ausgewählten Daten. 

Geld allein macht zwar nicht glücklich, trägt aber entscheidend zum Lebensstandard bei. In Russland liegt das durchschnittliche bereinigte verfügbare Pro-Kopf-Haushaltsnettoeinkommen deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 33 604 US-$ pro Jahr. 

Die Betrachtung der Beschäftigungslage ergibt, dass in Russland rund 70% der 15- bis 64-Jährigen einer bezahlten Beschäftigung nachgehen, mehr als im OECD-Durchschnitt (68%). Rund 76% der Männer sind erwerbstätig, gegenüber 66% der Frauen. Der Anteil der abhängig Beschäftigten mit sehr langen Wochenarbeitszeiten ist sehr gering, bei Männern beläuft er sich auf 0,2% bei Frauen auf noch weniger (im OECD-Durchschnitt beträgt er 11%). 

Ein gutes Bildungsniveau ist eine wichtige Voraussetzung dafür, einen Arbeitsplatz zu finden. In Russland verfügen 94% der Bevölkerung im Alter von 25-64 Jahren über einen Abschluss des Sekundarbereichs II, was deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 79% liegt. Dies trifft in etwas höherem Maße auf Frauen zu als auf Männer, da 93% der Männer, aber 95% der Frauen den Sekundarbereich II erfolgreich abgeschlossen haben. Bei der Messung der Bildungsqualität anhand der Internationalen Schulleistungsstudie der OECD (PISA) erzielten die russischen Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften durchschnittlich 492 Punkte, mehr als im OECD-Durchschnitt (486 Punkte). Die Mädchen schnitten in Russland im Durchschnitt um 8 Punkte besser ab als die Jungen. Diese Differenz ist höher als der durchschnittliche Leistungsabstand von zwei Punkten in den OECD-Ländern. 

Was die Gesundheitsindikatoren betrifft, beträgt die Lebenserwartung bei der Geburt in Russland 72 Jahre und ist damit um 8 Jahre niedriger als im OECD-Durchschnitt (80 Jahre). Die Lebenserwartung der Frauen beträgt 77 Jahre, die der Männer 67 Jahre. Die atmosphärische Konzentration von Feinstaub PM2,5 – winzigen Luftschadstoffpartikeln, die klein genug sind, um in die Lunge einzudringen und diese zu schädigen – liegt mit 15,5 Mikrogramm pro Kubikmeter leicht über dem OECD-Durchschnitt von 13,9 µg/m3. Bei der Wasserqualität könnte Russland bessere Ergebnisse erzielen: Nur 55% der Bevölkerung sind laut eigenen Angaben mit der Wasserqualität zufrieden, verglichen mit 81% im OECD-Durchschnitt. 

Das öffentliche Leben ist in Russland durch moderaten Gemeinsinn und moderates zivilgesellschaftliches Engagement gekennzeichnet. Eigenen Angaben zufolge kennen 89% der Bevölkerung jemanden, der ihnen im Notfall Beistand leisten würde, das entspricht dem OECD-Durchschnitt (89%). Die Wahlbeteiligung, ein Gradmesser dafür, wie stark sich die Bürger in das politische Geschehen einbringen, betrug bei den letzten Wahlen 68% und entspricht damit ebenfalls dem OECD-Durchschnitt (68%). In den obersten 20% der Bevölkerung liegt die Wahlbeteiligung bei geschätzten 72%, in den untersten 20% bei geschätzten 69%. Damit ist dieser Abstand wesentlich geringer als im OECD-Durchschnitt, wo er sich auf 13 Prozentpunkte beläuft. Dies lässt auf eine breite gesellschaftliche Teilhabe an den demokratischen Institutionen in Russland schließen. 

Die Russen sind im Allgemeinen mit ihrem Leben weniger zufrieden als der Durchschnitt der OECD-Bürger. Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten sie ihre Lebenszufriedenheit mit 5,8. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 6,5.

Weitere Informationen zu Schätzungen und Referenzjahren finden Sie im FAQ-Bereich und in der BLI-Datenbank.

Themen

Russische Föderation im Einzelnen