Einkommen

Hintergrund

Geld allein macht nicht glücklich, es ermöglicht aber einen höheren Lebensstandard – und damit in der Regel auch ein höhere Lebenszufriedenheit. Wer wohlhabender ist, hat meist auch größere Chancen auf gute Bildung, eine umfassende Gesundheitsversorgung oder bessere Wohnverhältnisse.

Bereinigtes verfügbares Haushaltsnettoeinkommen

Das um Kaufkraftunterschiede bereinigte verfügbare Haushaltsnettoeinkommen bezeichnet den durchschnittlichen Betrag, den ein Haushalt pro Jahr nach Abzug von Steuern verdient beziehungsweise einnimmt. Diese Summe steht dem Haushalt zur Verfügung, um Waren und Dienstleistungen zu erwerben.

Das bereinigte Einkommen eines Haushalts besteht aus verschiedenen Komponenten: Erwerbseinkommen (Löhne und Gehälter, Gewinne aus selbstständiger Tätigkeit), Vermögenseinkommen (Dividenden, Zinsen und Mieteinkünfte), sozialen Geldleistungen (Renten, Arbeitslosengeld, Kindergeld, Sozialhilfe) sowie sozialen Sachleistungen (Waren und Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung, Bildung und Wohnraum, die entweder kostenlos oder vergünstigt zur Verfügung gestellt werden). Das bereinigte verfügbare Haushaltsnettoeinkommen pro Kopf liegt im OECD-Durchschnitt bei 29 016 US-$ pro Jahr.

Nettofinanzvermögen der privaten Haushalte

Das Nettofinanzvermögen eines privaten Haushalts entspricht dem Gesamtwert seiner Finanzanlagen, beziehungsweise der Summe seiner finanziellen Forderungen abzüglich seiner finanziellen Verbindlichkeiten. Dazu zählen Ersparnisse, Währungsgold, Devisenbestände und Einlagen, Aktien und sonstige Wertpapiere sowie Darlehen. Diese finanziellen Vermögenswerte können selbst bereits eine erhebliche Einnahmequelle darstellen, z.B. wenn sie veräußert oder refinanziert werden, aber auch wenn sie mit Renten-, Zins- oder Dividendeneinkünften verbunden sind. Ideal wäre es, wenn bei der Vermögenserfassung auch das Sachvermögen privater Haushalte berücksichtigt werden könnte, etwa Grund- und Immobilienbesitz. Entsprechende Daten liegen derzeit aber nur für eine geringe Zahl von OECD-Ländern vor, sie gehen deshalb nicht in den Index ein.

For more information on estimates and years of reference, see FAQ section and BLI database.

Vermögen ist ein wichtiger Bestandteil der wirtschaftlichen Mittel, über die ein Haushalt verfügt, und es kann ihn vor wirtschaftlicher Not schützen. Ein Haushalt mit geringem Einkommen, aber überdurchschnittlichem Vermögen, ist in einer besseren wirtschaftlichen Situation als ein Haushalt ohne jedes Vermögen. Schätzungen zufolge beläuft sich das Nettofinanzvermögen der privaten Haushalte im OECD-Durchschnitt auf 84 547 US-$.

Die Daten zu Einkommen und Vermögen sind bereinigt, d.h. sie wurden zur Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenshaltungskostenin den Ländern in Kaufkraftparitäten umgerechnet. Die Kaufkraftparitäten werden anhand eines vergleichbaren Warenkorbs gemessen, der Güter und Dienstleistungen enthält, die ein privater Haushalt typischerweise erwirbt.

In den vergangenen Jahren hat sich das Durchschnittseinkommen der privaten Haushalte erhöht. Auch ihr Vermögen ist größer geworden. Doch trotz des allgemein gestiegenen Lebensstandards sind einige gesellschaftliche Gruppen ins Abseits geraten. Die Einkommen in einigen OECD-Ländern wie Chile oder Mexiko, aber auch in der Türkei, in den Vereinigten Staaten und in Israel sind wesentlich ungleichmäßiger verteilt als in anderen Staaten. Dagegen ist in den nordischen und osteuropäischen Ländern die Einkommensungleichheit geringer. Im Durchschnitt der OECD-Länder liegt das bereinigte verfügbare Haushaltsnettoeinkommen der oberen 20% der Bevölkerung bei geschätzten 60 642 US-$ jährlich. Die unteren 20% müssen dagegen mit schätzungsweise 9 553 US-$ im Jahr auskommen.

Einkommen im Einzelnen nach Ländern