Polen

Zahlen und Fakten

indicator value unit
Einwohner 38.5 Mio.
Besucher pro Jahr 67.4 Mio.
Erneuerbare Energien 8.8 %

Überblick

Polen schneidet im Vergleich mit anderen Ländern des Better Life Index nach einigen Messgrößen der Lebensqualität gut ab. Seine Werte liegen über dem Durchschnitt in den Themenbereichen Sicherheit, Bildung. Unterdurchschnittlich sind sie allerdings in Bezug auf Gesundheit, soziale Bindungen, Zivilengagement, Einkommen, subjektives Wohlbefinden, Beschäftigung, Umwelt und Wohnen.

Geld allein macht zwar nicht glücklich, trägt aber entscheidend zum Lebensstandard bei. In Polen liegt das bereinigte verfügbare Pro-Kopf-Haushaltsnettoeinkommen mit 17 820, unter dem OECD-Durchschnitt von 29 016 US-$ pro Jahr. Zwischen dem reichsten und dem ärmsten Teil der Bevölkerung klafft eine große Lücke- die obersten 20% der Bevölkerung verdienen nahezu fünfmal so viel wie die untersten 20%.

Die Betrachtung der Beschäftigungslage ergibt, dass in Polen rd. 62% der 15- bis 64-Jährigen einer bezahlten Beschäftigung nachgehen, weniger als im OECD-Durchschnitt (66%). Rund 68% der Männer sind erwerbstätig, gegenüber 55% der Frauen. Ungefähr 7% der abhängig Beschäftigten und damit weniger als im OECD-Durchschnitt (13%) haben sehr lange Wochenarbeitszeiten, wobei sich dieser Anteil bei den Männern auf 11% und bei den Frauen nur auf 3% beläuft.

Ein gutes Bildungsniveau ist eine wichtige Voraussetzung dafür, einen Arbeitsplatz zu finden. In Polen verfügen 91% der Bevölkerung im Alter von 25-64 Jahren über einen Abschluss des Sekundarbereichs II, mehr als im OECD-Durchschnitt (76%) und einer der höchsten Werte im OECD-Raum. Dies trifft auf Frauen eher zu als auf Männer. Bei der Messung der Qualität des Bildungssystems anhand der Internationalen Schulleistungsstudie der OECD (PISA) erzielten die polnischen Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften durchschnittlich 521 Punkte, mehr als im OECD-Durchschnitt (497 Punkte). Die Mädchen schnitten in Polen im Durchschnitt um 13 Punkte besser ab als die Jungen, womit diese Differenz höher ist als der durchschnittliche Leistungsabstand von 8 Punkten in den OECD-Ländern.

Was die Gesundheitsindikatoren betrifft, beträgt die Lebenserwartung bei der Geburt in Polen 77 Jahre und ist damit um 3 Jahre niedriger als im OECD-Durchschnitt (80 Jahre). Die Lebenserwartung der Frauen beträgt 81 Jahre, die der Männer 73 Jahre. Die atmosphärische Konzentration von Feinstaub PM2,5 – winzigen Luftschadstoffpartikeln, die klein genug sind, um in die Lunge einzudringen und diese zu schädigen – liegt mit 16,9 Mikrogramm pro Kubikmeter über dem OECD-Durchschnitt von 14,05 µg/m3. Auch bei der Wasserqualität schneidet Polen schlechter ab als der OECD-Durchschnitt: 80% der Bevölkerung sind laut eigenen Angaben mit der Wasserqualität zufrieden, im Vergleich zu 81% im OECD-Durchschnitt.

Das öffentliche Leben ist in Polen durch starken Gemeinsinn und moderates zivilgesellschaftliches Engagement gekennzeichnet. Eigenen Angaben zufolge kennen 86% der Bevölkerung jemanden, der ihnen im Notfall Beistand leisten würde – weniger als im OECD-Durchschnitt (88%). Die Wahlbeteiligung, ein Gradmesser dafür, wie stark sich die Bürger in das politische Geschehen einbringen, betrug bei den letzten Wahlen 55% – dieser Wert ist niedriger als der OECD-Durchschnitt von 68%. Der sozioökonomische Status kann Auswirkungen auf die Wahlbeteiligung haben. In den obersten 20% der Bevölkerung liegt die Wahlbeteiligung bei geschätzten 66%, in den untersten 20% bei geschätzten 43%. Diese Differenz ist größer als im OECD-Durchschnitt (13 Prozentpunkte) und lässt darauf schließen, dass die politische Teilhabe der ärmsten Bevölkerungsgruppen in Polen nicht stark ausgeprägt ist.

Die Polen sind im Allgemeinen weniger zufrieden mit ihrem Leben als der Durchschnitt der OECD-Bürger. Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten sie ihre Lebenszufriedenheit mit 6,0. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 6,5.

Weitere Informationen zu Schätzungen und Referenzjahren finden Sie im FAQ-Bereich und in der BLI-Datenbank.

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