Lettland

Zahlen und Fakten

indicator value unit
Einwohner 2.0 Mio.
Besucher pro Jahr 6.2 Mio.
Erneuerbare Energien %

Überblick

Lettland hat seit der Krise große ökonomische Fortschritte gemacht; zuletzt bewiesen mit dem erfolgreichen Eintritt in die Euro-Zone zu Beginn 2014. Die Arbeitslosigkeit ist deutlich gefallen, dennoch bleiben Langzeitarbeitslosigkeit wie auch Emigration als Probleme. Lettland schneidet im Vergleich zu anderen Ländern des Better Life Index in wenigen Messgrößen der Lebensqualität gut ab. Seine Werte liegen über dem Durchschnitt in dem Themenbereich Bildung. Unterdurchschnittlich allerdings sind sie in Bezug auf Einkommen, Beschäftigung, Wohnverhältnisse, Gesundheit, Zivilengagement, Work-Life-Balance, Sicherheit und subjektivem Wohlbefinden.

Geld allein macht zwar nicht glücklich, trägt aber entscheidend zum Lebensstandard bei. In Lettland beläuft sich das bereinigte verfügbare Pro-Kopf-Haushaltsnettoeinkommen im Durchschnitt auf 13 655 US-$ pro Jahr, was weniger ist als der OECD-Durchschnitt von 29 016 US-$ pro Jahr. Dabei klafft eine große Lücke zwischen dem reichsten und dem ärmsten Teil der Bevölkerung – die obersten 20% der Bevölkerung verdienen nahezu siebenmal so viel wie die untersten 20%.

Die Betrachtung der Beschäftigungslage ergibt, dass in Lettland 66% der 15- bis 64-Jährigen einer bezahlten Beschäftigung nachgehen, etwas weniger als im OECD-Durchschnitt (66%). Rund 68% der Männer sind erwerbstätig, gegenüber 64% der Frauen. Nur gerade 2% der abhängig Beschäftigten und damit deutlich weniger als im OECD-Durchschnitt (13%) haben sehr lange Wochenarbeitszeiten, wobei sich dieser Anteil bei den Männern auf 3% und bei den Frauen auf 2% beläuft.

Ein gutes Bildungsniveau ist eine wichtige Voraussetzung dafür, einen Arbeitsplatz zu finden. In Lettland verfügen fast 90% der Bevölkerung im Alter von 25-64 Jahren über einen Abschluss des Sekundarbereichs II, mehr als im OECD-Durchschnitt (76%). Dies trifft in höherem Maße auf Frauen zu als auf Männer: 93% der Frauen und 86% der Männer haben den Sekundarbereich II erfolgreich abgeschlossen. Lettland zählt bei der Bewertung der Qualität seines Bildungssystems zu den am besten abschneidenden OECD-Ländern. In der Internationalen Schulleistungsstudie der OECD (PISA) erzielten die Schülerinnen und Schüler in den Bereichen Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften durchschnittlich 494 Punkte. Dieser Wert liegt knapp unter dem OECD-Durchschnitt von 497. Mädchen waren in dem Test 24 Punkte besser als Jungen, was viel mehr ist als der OECD-Schnitt von 8 Punkten.

Was die Gesundheitsindikatoren betrifft, beträgt die Lebenserwartung bei der Geburt in Lettland 74 Jahre und liegt damit sechs Jahre unter dem OECD-Durchschnitt von 80 Jahren. Die Lebenserwartung der Frauen beträgt 79 Jahre, die der Männer 69 Jahre. Die atmosphärische Konzentration von Feinstaub PM2,5 – winzigen Luftschadstoffpartikeln, die klein genug sind, um in die Lunge einzudringen und diese zu schädigen – liegt mit 12,1 Mikrogramm pro Kubikmeter unter dem OECD-Durchschnitt von 14,05 µg/m3. Auch bei der Wasserqualität schneidet Lettland schlechter ab als der OECD-Durchschnitt: 76% der Bevölkerung sind laut eigenen Angaben mit der Wasserqualität zufrieden, im Vergleich zu 81% im OECD-Durchschnitt.

Das öffentliche Leben ist in Lettland durch starken Gemeinsinn und moderates zivilgesellschaftliches Engagement gekennzeichnet. Eigenen Angaben zufolge kennen 84% der Bevölkerung jemanden, der ihnen im Notfall Beistand leisten würde. Im OECD-Durchschnitt haben 88% der Menschen eine Vertrauensperson. Die Wahlbeteiligung, ein Gradmesser dafür, wie stark sich die Bürger in das politische Geschehen einbringen, betrug bei den letzten Wahlen 59% und lag damit unter dem OECD-Durchschnitt (68%).

Die Letten sind mit ihrem Leben im Allgemeinen weniger zufrieden als der Durchschnitt der OECD-Bürger. Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten sie ihre Lebenszufriedenheit mit 5,9. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 6,5.

Weitere Informationen zu Schätzungen und Referenzjahren finden Sie im FAQ-Bereich und in der BLI-Datenbank.

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