Brasilien

Zahlen und Fakten

indicator value unit
Einwohner 196.5 Mio.
Besucher pro Jahr 5.2 Mio.
Erneuerbare Energien 45.8 %

Überblick

Brasilien hat bei der Verbesserung der Lebensqualität der Bürger des Landes in den letzten Jahren enorme Fortschritte erzielt. Seit einigen Jahren kann das Land eine hervorragende Bilanz in Bezug auf integratives Wachstum und Armutsbekämpfung vorweisen. Dennoch schneidet Brasilien im Vergleich mit anderen Ländern des Better Life Index nur nach wenigen Messgrößen der Lebensqualität gut ab. Seine Werte liegen über dem Durchschnitt in den Themenbereichen subjektives Wohlbefinden und soziale Beziehungen. Das Einkommen und Vermögen, Beschäftigung, die Wohnverhältnisse, Umwelt, Gesundheit sowie Bildung sind hingegen unterdurchschnittlich.

Geld allein macht zwar nicht glücklich, trägt aber entscheidend zum Lebensstandard bei. In Brasilien liegt das durchschnittliche bereinigte verfügbare Pro-Kopf-Haushaltsnettoeinkommen unter dem OECD-Durchschnitt von 29 016 US-$ pro Jahr.

Die Betrachtung der Beschäftigungslage ergibt, dass in Brasilien etwa 67% der 15- bis 64-Jährigen einer bezahlten Beschäftigung nachgehen, etwas mehr als im OECD-Durchschnitt (66%). Rund 79% der Männer sind erwerbstätig, gegenüber 56% der Frauen. In Brasilien haben 10% der abhängig Beschäftigten und damit weniger als im OECD-Durchschnitt (13%) sehr lange Wochenarbeitszeiten, wobei sich dieser Anteil bei den Männern auf 12% und bei den Frauen auf 6% beläuft.

Ein gutes Bildungsniveau ist eine wichtige Voraussetzung dafür, einen Arbeitsplatz zu finden. In Brasilien verfügen 46% der Bevölkerung im Alter von 25-64 Jahren über einen Abschluss des Sekundarbereichs II, weniger als im OECD-Durchschnitt (76%). Dies trifft in höherem Maße auf Frauen zu als auf Männer, da 43% der Männer, aber 49% der Frauen den Sekundarbereich II erfolgreich abgeschlossen haben. Bei der Messung der Bildungsqualität erzielten die brasilianischen Schülerinnen und Schüler in der Internationalen Schulleistungsstudie der OECD (PISA) durchschnittlich 402 Punkte in den Bereichen Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften. Dieser Wert liegt unter dem OECD-Durchschnitt von 497 Punkten. Der Leistungsabstand zwischen den Geschlechtern ist in Brasilien geringer als im OECD-Durchschnitt, wobei die Mädchen 404 Punkte erzielten und die Jungen 400, verglichen mit einem durchschnittlichen Leistungsabstand in den OECD-Ländern von 8 Punkten zu Gunsten der Mädchen.

Was die Gesundheitsindikatoren betrifft, beträgt die Lebenserwartung bei der Geburt in Brasilien 75 Jahre und liegt damit fünf Jahre unter dem OECD-Durchschnitt von 80 Jahren. Die Lebenserwartung der Frauen beträgt 79 Jahre, die der Männer 71 Jahre. Die atmosphärische Konzentration von Feinstaub PM2,5 – winzigen Luftschadstoffpartikeln, die klein genug sind, um in die Lunge einzudringen und diese zu schädigen – liegt mit 16,6 Mikrogramm pro Kubikmeter über dem OECD-Durchschnitt von 14,05 µg/m3. Bei der Wasserqualität könnte Brasilien besser abschneiden, da 73% der Bevölkerung laut eigenen Angaben mit der Wasserqualität zufrieden sind, weniger als im OECD-Durchschnitt (81%).

Das öffentliche Leben zeichnet sich in Brasilien durch starken Gemeinsinn und hohes zivilgesellschaftliches Engagement aus. Eigenen Angaben zufolge kennen 90% der Bevölkerung jemanden, der ihnen im Notfall Beistand leisten würde, während dieser Anteil im OECD-Durchschnitt mit 88% niedriger ist. Die Wahlbeteiligung, ein Gradmesser dafür, wie stark sich die Bürger in das politische Geschehen einbringen, lag bei 79% und damit über dem Durchschnitt des OECD-Raums (68%). In den obersten 20% der Bevölkerung liegt die Wahlbeteiligung bei geschätzten 81%, in den untersten 20% bei geschätzten 80%. Dieser Abstand ist wesentlich kleiner als im OECD-Durchschnitt, wo er 13 Prozentpunkte beträgt.

Die Brasilianer sind im Allgemeinen gleich zufrieden mit ihrem Leben wie der Durchschnitt der OECD-Bürger. Auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten sie ihre Lebenszufriedenheit mit 6,5, welches mit dem OECD-Durchschnitt übereinstimmt.

Weitere Informationen zu Schätzungen und Referenzjahren finden Sie im FAQ-Bereich und in der BLI-Datenbank.

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